Was ist Stress - erfahre hier das wichtigste über Stress

Was ist Stress? Diese Frage hat sich mit Sicherheit jeder Arbeitnehmer schon einmal gestellt, der sich trotz des ruhigen Wochenendes noch am Montag von der vergangenen Woche belastet gefühlt hat. Schließlich ist diese Empfindung nicht so einfach greifbar und äußert sich gerade zu Beginn möglicherweise noch nicht einmal in eindeutigen körperlichen Symptomen. Stress macht krank, so die landläufige Meinung. Aber was ist Stress genau und wie entsteht er? Erfahre hier das wichtigste darüber.

 

Was ist Stress eigentlich?

 

Mann ist gestresst

 

Der Begriff Stress ist heute so populär, wie noch nie zuvor. Damit du genau weist, wovon du sprichst und was Stress ist, musst du dir zunächst der Definition von Stress bewusst sein.

Unter Stress versteht man zunächst einen Anspannungszustand, der sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene vorhanden sein kann.

Dieser Anspannungszustand ist charakterisierend für das, was Stress ist. Denn oft stehst du vor Herausforderungen, die nur mit einem gewissen - und auch gesunden - Maß an Anspannung bewältigt werden können. Damit ist aber nur die Oberfläche angerissen.

Bis heute ringen Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen um eine einheitliche Definition von Stress. Überwiegend Einigkeit herrscht jedoch insofern, als das Stress als körperlicher Belastungszustand beschrieben wird, der durch äußere Faktoren hervorgerufen wird.

Für Stress ist die Verknüpfung dieser Belastung mit einer Alarmsituation kennzeichnend. Er entsteht also vor allem dann, wenn der Körper durch äußere Faktoren in einen Alarmzustand versetzt wird. 

 

Was damals Stress war, gibt es heute nicht mehr

 

Gestresste Reaktion auf klingelndes Telefon

 

In manchen Situationen reagierst du auf das klingelnde Telefon ganz gelassen, in anderen Situationen wiederum nimmst du bei dir Anspannung aufgrund des Klingelns wahr?

Stressempfinden hängt entscheidend von deiner Reaktion auf den äußeren Auslösefaktor ab. In der Frühzeit des Menschen war die Bedeutung von Stress eine vollkommen andere.

Hier wurde das schnelle Reagieren auf Gefahrensituationen zur Überlebensfrage. Als Anpassungsreaktion an die sich verändernde Umwelt waren Stresssituationen ein notwendiger Bestandteil des Lebens.

Auch die Fähigkeit, diese zu bewältigen war in der Frühzeit wichtig und stellte einen Faktor dar, der zur Arterhaltung beitrug. 

Heute unterscheidet sich Stress allerdings grundsätzlich von den Umständen, denen der frühe Mensch ausgesetzt war: Stresshormone werden durch die Stressreaktion ausgeschüttet, denn diese Hormone sollen die Anpassung des Körpers an die Belastung erleichtern.

In der Frühzeit des Menschen bedeutete eine Stresssituation, entweder sich zum Kampf zu stellen oder sofort die Flucht anzutreten. Stresshormone setzen auch heute noch genau an diesem Punkt an. Werden sie freigesetzt, erleichtern sie es dem Körper, die verfügbaren Energiereserven zu mobilisieren.

Bei diesen Hormonen handelt es sich hauptsächlich um Adrenalin und Noradrenalin, aber auch Beta-Endorphin und noch weitere Hormone. Wo es in der menschlichen Frühzeit darauf ankam, einem gefährlichen Tier wegzulaufen, oder einen Feind im Kampf zu besiegen, stehen wir heute vor ganz anderen Herausforderungen.

Stressbelastung kannst du aber auch erfahren, wenn du beispielsweise schwere körperliche Arbeit oder anstrengendes Ausdauertraining absolvierst. Aber auch psychische und geistige Umstände, wie beispielsweise die Angst vor Gesichtsverlust, dem Tod oder Krankheiten, kann diese Stressreaktion auslösen. 

 

Was ist kennzeichnend für Stress?

 

Welche konkreten Reaktionen löst Stressbelastung im Körper aus? Für den menschlichen Organismus ist eine typische Stressreaktion ein komplexes Gefüge, das sowohl das Arbeitssystem, das Erholungssystem, aber auch das Energieversorgungssystem des Körpers beansprucht.

Führen die von außen einwirkenden Stressfaktoren zur Ausschüttung der Stresshormone, werden Nervenbahnen in Körper und Gehirn in Sekundenbruchteilen zu Höchstleistungen angeregt. Weil das Gehirn schon im Ruhezustand viel Energie benötigt, muss es während der Stressreaktion zusätzlich mit Power versorgt werden.

Dabei werden nicht nur körpereigene Glukosespeicher mobilisiert, sondern auch Reserven, die eigentlich für Regenerationsprozesse vorgesehen sind. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du gerade gestresst bist, kannst du dich folgendes fragen: Rast mein Herz und ist mein Puls deutlich beschleunigt?

Wenn du ein Blutdruckmessgerät hast, kannst du auch messen, ob dein Blutdruck erhöht ist. Ebenfalls messbar ist bei akuter Stressbelastung ein erhöhter Blutzuckerspiegel.

Stressreaktionen erfährst du auch dann, wenn du in belastenden Situationen wortwörtlich keinen Bissen mehr herunterkriegst. Denn bei akuten Stressreaktionen vermindert sich die Durchblutung des Magens, um die kurzfristig überlebenswichtigen Systeme am besten zu versorgen. 

 

Warum ist Stress so schädlich?

 

gestresst auf Email warten

 

Diese beschriebenen typischen Stressreaktionen waren in der Frühzeit des Menschen sicherlich überlebenswichtig, beispielsweise, um sich im Kampf gegen Feinde zu behaupten oder bei der Jagd erfolgreich zu sein.

Heute ist das freilich anders. Wenn du im Büroalltag auf einen wichtigen Anruf oder eine wichtige E-Mail wartest und deswegen in eine Stressreaktion gerätst, nützt dir diese nicht dabei, die belastende Situation zu bewältigen.

Tatsächlich wirken auch heute noch dieselben Stressmechanismen, wie in der Frühzeit - allerdings nicht mehr mit Erfolg.

Die durch die Stressreaktion freigesetzten Energien helfen dir sicherlich nicht dabei, eine wichtige Nachricht zu beantworten oder ein Meeting zu leiten. Die Stresshormone können nicht in der vorgesehenen Form, beispielsweise durch einen harten Sprint beim Fliehen oder durch eine körperliche Auseinandersetzung abgebaut werden.

Vielmehr bleiben sie im Körper, der sie nur schwer wieder abbauen kann und durch diese spezifische Hormonmischung auch in der Regenerierung behindert wird. Kommt es häufig zu solchen Stresssituationen, bleibt ein gewisser Pegel an Stresshormonen stets im Körper und führt dort zu einem permanenten Level an Dauerstress.

Durch ihre jeweilige Wirkung verursachen die unterschiedlichen Stresshormone beispielsweise einen permanent erhöhten Blutdruck, einen erhöhten Blutzuckerspiegel oder Verdauungsprobleme.

Hier liegt der Grundstein für zahlreiche so genannte Zivilisationserkrankungen, die sich im Grunde auf dauerhaft vorhandene Stresshormone zurückführen lassen. Wer zu seinen Mitmenschen sagt, gestresst zu sein, meint damit nicht selten, vor vielen Anforderungen zugleich zu stehen.

Diese Situation ist zwar ohne Frage ein wichtiger Stressauslöser, entscheidend für die Stresswahrnehmung ist aber auch die persönliche Haltung. 

 

Welche Arten von Stress gibt es?

 

Belastungen gehören zu deinem Leben ganz natürlich dazu. Aber nicht jeder Stress macht dich zugleich unglücklich oder unausgeglichen. Wenn es um Stressbelastung geht, unterscheidet die Biologie zwischen Eustress und Distress. Unter dem Begriff Eustress werden alle äußeren Faktoren zusammengefasst, die zwar belastend sind, aber keine negativen Wirkungen auf dich ausüben.

Wie positiv solch eine Anspannung sein kann, kennst du sicherlich auch. Die Aufregung, die du kurz vor dem Start eines wichtigen Sportwettkampfes erlebst, trifft dies ziemlich genau. Diese Belastung erzeugt keine negative Wirkung, sondern verschafft dir sogar ein positives Gefühl. Eustress macht dich leistungsfähiger, stark und kann sogar Glücksgefühle erzeugen.

Kennzeichnend für Eustress ist aber auch, dass es sich um ein kurzfristiges Ereignis handelt, das von einer Entspannungsphase abgelöst wird. Distress kommt dem, was als negativ empfunden wird, schon näher: Die unangenehme Stressbelastung, die wir alle kennen, besteht langfristig und sorgt bei dir für ein Gefühl der Überforderung.

Mit Distress ist Entspannung nicht möglich und sehr oft macht er zugleich ängstlich, blockiert und erzeugt in dir ein Gefühl der Gereiztheit. Nicht immer ist klar, ob es sich noch um Eustress oder bereits Distress handelt.

Eine Situation hat aufregend begonnen und jetzt versinkst du nur noch in Arbeit? Nicht selten wandelt sich Stress vom anfänglichen Eustress in Distress um. Damit der Eustress möglichst lange positiv bleibt, helfen Entspannungsmethoden dir dabei, trotz angenehmer Entspannung auch dauerhaft gelassen zu bleiben.

 

Was ist Stresstoleranz?

 

Stresstoleranz verbessern

 

Ab wann es zu viel wird, entscheidet auch deine ganz individuelle Stresstoleranz. Dass du dich den Stressoren stellen musst, gehört zum Leben dazu.

Aber beim Bewältigen stressiger Situationen kannst du selbst daran arbeiten, quasi deine "Ausdauer" in diesem Zusammenhang zu trainieren.

Jeder Mensch verfügt über eine individuelle Stresstoleranz, die quasi das Maß des noch verträglichen, negativen Stresses angibt. Zum gewissen Grad wird diese schon im Säugling- und Kleinkindalter angelegt.

Hier spielt vor allem eine frühe Trennung von der Bezugsperson eine Rolle, denn diese bedeutet für ein Baby oder Kleinkind Stressbelastung pur.

Aber auch im Erwachsenenalter kannst du daran arbeiten, Stressreaktionen besser zu tolerieren. Solche Bewältigungsstrategien helfen dir, Stresssituationen neu zu bewerten und zu beobachten, welche Reaktionen sie in dir auslösen. Mäßige Stressbelastung ist ideal, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Gerätst du in solch eine Situation, kannst du dich selbst beobachten, ob die Stresssituation dich beeinträchtigt, oder vielleicht sogar beflügelt. Nimm deine Reaktionen auf den Stress wahr und versuche, eine neue Haltung zu entwickeln: Ist die Reaktion nützlich?

Hilft sie dir, deine Aufgaben besser zu bewältigen? Bewerte selbst ganz bewusst, die körperlichen Reaktionen auf die Stressbelastung neu, um die negativen Folgen abzumildern. Vielleicht gelingt es dir mit etwas Übung, die Signale deines Körpers umzudeuten und das, was bei dir Stressreaktionen auslöst, zum Eustress umzubewerten.

 

Techniken gegen Stressbelastung - entscheidende Faktoren für Gestresste

 

Nicht immer reicht es allerdings, Stressbelastungen einfach neu wahrzunehmen, denn andauernde, überfordernde Stresssituationen reduzieren auch deine Fähigkeit, dich selbst zu reflektieren. 
Weil Stressoren heute überall sind und du diese nicht einfach aus deinem Leben ausschalten kannst, sind Stressmanagement-Techniken wichtiger als je zuvor.

Stress definierst du zwar selbst, aber ein Zuviel solltest du lernen, abzubauen. Die Stressbewältigung kann dabei ganz unterschiedlich aussehen. Viele Techniken gegen Stress lassen sich aus Büchern lernen oder über Videos.

Wenn du am besten in der Gruppe mit anderen gemeinsam lernst, kann aber auch ein Kurs bei einem Trainer vor Ort gegen Stress helfen. Hier bieten nicht nur manche Volkshochschulen entsprechende Kurse an. Hilfreich sind vor allem fundierte Trainings bei ausgebildeten Spezialisten, die zugleich auch einen medizinischen oder therapeutischen Beruf ausüben.

Ziel der Maßnahmen ist es, Stress zu einem Ziel zurückzuführen. Innere Bilder vom "im Fluss sein" oder dem Aufgehen in der ursprünglich stresserzeugenden Aufgabe, sollen das negative Wahrnehmen von Stress abmildern. Zu den ersten Schritten gegen den Stress gehört es, ihn zu enttabuisieren.

Gestresst zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig, weniger, mehr, produktiver oder leistungsfähiger als weniger gestresste Menschen zu sein. Techniken gegen Stressbelastung zeigen dir vor allem, wie du selbst etwas gegen Stress tun kannst.

Deine persönlichen Lösungskompetenzen werden hier gestärkt und du empfindest dich selbst aufs Neue als wirksam. Jeder geht anders mit Stress um. Wenn du gerne Sport treibst, kannst du diesen ganz bewusst zum Stressabbau nutzen.

Aber auch ein achtsames Leben, gesunde Ernährung und mehr Bewusstheit im Alltag können die Stressbelastung reduzieren. Nicht zuletzt helfen auch Zeitmanagementtechniken gegen Stress. Gerade, wenn du aus Zeitnot in stressige Situationen gerätst, bietet gezieltes, konsequentes Zeitmanagement eine große Erleichterung. 

 

Stressmanagement-Techniken für neue Balance

 

Zur ruhe kommen aus dem Stress

 

Viele Techniken und Strategien helfen dir dabei, dein Gleichgewicht wiederzufinden, auch in stressigen Lebenslagen.

Gezielt zur Ruhe kommst du mit Progressiver Muskelentspannung, Yoga und weiteren Meditationstechniken.

Diese sind für dich geeignet, wenn du einen ganz gezielten Ruhepunkt in deinem Leben vermisst. Aber auch moderne Biofeedback-Techniken helfen beim Stressabbau.

Sie machen dir die Stressreaktion bewusst, die in deinem Körper abläuft und helfen dir zu erkennen, was für dich Stress ist. Du liebst es, dich zu verausgaben? Dann ist Ausdauertraining ideal für dich.

Mit moderatem Joggen, sanfterem Walken und Schwimmen schaltest du vom Alltag ab, baust die Stresshormone ab und lässt Belastungen weit hinter dir. Gleichzeitig hilfst du deinem Körper, positiv wirkende Glückshormone auszuschütten und eine neue Perspektive zu gewinnen. 

Welche Technik des Stressmanagements du schließlich wählst, hängt von deinen persönlichen Vorlieben und Optionen ab. Gegen das, was Stress ist, musst du möglicherweise mehrere Strategien ausprobieren, bist du gefunden hast, was dir wirklich hilft. 

 

Ohne Strategien in die Burnout-Falle

 

Was Stress ist, hängt nicht nur von seinen Ursachen ab, sondern auch von unserer Art und Weise, damit umzugehen. Ohne adäquate, zu dir passende Techniken gegen die Stressbelastung bekommst du früher oder später sicherlich Probleme, dich erholen zu können und auch mal die schönen Seiten des Lebens ganz stressfrei zu genießen.
 
Ständige Überforderung, die dir kaum Auszeit von dem, was Stress ist, bietet, wird dich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Burnout führen. Mit geeignetem Bewältigungsstrategien schaffst du aktive Prävention und gewinnst an Lebensqualität dazu - ganz ohne Stress!
 
 

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© Stressbewältigungs-Konzept.de

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