Spannungskopfschmerzen loswerden - So geht's!

Kopfschmerzen zählen zu den häufigen gesundheitlichen Beschwerden. Die Medizin unterscheidet verschiedene Typen und Erscheinungsformen. Eine davon ist der Spannungskopfschmerz. Die meisten Menschen kennen diese Form von Kopfschmerzen.

Wenn sie schnell abklingen, ist das kein großes Problem. Treten sie häufiger auf, leidet die Lebensqualität. Ein Besuch beim Arzt ist in diesem Fall ratsam, um die richtigen Behandlungsmethoden einzuleiten.

 

Spannungskopfschmerz: eine Volkskrankheit

 

Spannungskopfschmerzen

Zwischen 20% und 30% der Bundesbürger sind von diesem Kopfschmerztyp betroffen. Bei vielen treten die Beschwerden nur gelegentlich auf.

Bei einem kleinen Prozentsatz von Patienten sind sie chronisch und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich.

Die Symptome der Spannungskopfschmerzen sind klar definiert, die Ursachen dagegen nicht.

Stress und Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich können eine Rolle spielen. Einen genauen Auslöser hat die Forschung bisher nicht gefunden.

Die Therapie von Spannungskopfschmerzen richtet sich nach der Stärke und Dauer der Schmerzattacken. Nicht jedes Mal wird für die Behandlung ein Arzt zurate gezogen.

In vielen Fällen nehmen die Betroffenen eine frei verkäufliche Kopfschmerztablette oder warten, bis die Schmerzen abklingen. Erst, wenn die Beschwerden zu stark sind, entscheiden sie sich zum Gang in die Arztpraxis.

Wenn Du unter Spannungskopfschmerzen leidest, helfen Dir die folgenden Informationen, Deine Beschwerden richtig einzuschätzen und zu behandeln.

 

Typen von Spannungskopfschmerz: episodisch oder chronisch?

 

Spannungskopfschmerzen lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen.

Es gibt den episodischen Spannungskopfschmerz (Abkürzung: (eSK) und den chronischen Spannungskopfschmerz (Abkürzung: cSK).

Bei den episodischen Schmerzen gibt es zwei Untergruppen. Die wichtigsten Unterscheidungskriterien sind Häufigkeit und Dauer.

Gelegentlicher eSK: tritt maximal an elf Tagen pro Jahr auf

Häufiger eSK: tritt maximal an 14 Tagen pro Monat, insgesamt höchstens an 179 Tagen im Jahr auf

cSK: tritt mindestens an 15 Tage monatlich bzw. 180 Tage jährlich auf

Die episodischen Schmerzen haben eine Dauer zwischen einer halben Stunde und einigen Stunden. Anfälle können sich innerhalb einer Woche wiederholen.

Chronische Schmerzen halten über viele Stunden an und können sich zum Dauerschmerz entwickeln. Bei manchen Patienten geht der episodische Kopfschmerz im Laufe der Zeit in den chronischen über.

Die Stärke der Schmerzen lässt sich mithilfe einer Skala bestimmen. Bei der Diagnose und der Dokumentation des Krankheitsverlaufs wird oft eine numerische Skala von 1 bis 10 oder eine Gesichtsschmerzskala verwendet.

Gesichtsschmerzskala

 

Kinder können eine Smiley-Skala benutzen, um zu zeigen, wie sie sich fühlen.

 

Smiley Skala Kinder

 

 

Spannungskopfschmerz erkennen: Das sind die wichtigsten Symptome

 

Die exakte Diagnose von Spannungskopfschmerzen ist nicht einfach, da es eine Vielzahl von Kopfschmerztypen gibt.

Ein Vergleich der wichtigsten Symptome von Spannungskopfschmerzen mit Deinen eigenen Beschwerden hilft bei der richtigen Diagnose. Ebenso wichtig ist die Überprüfung, ob Symptome vorliegen, die anderen Schmerztypen zugeordnet werden.

Typische Symptome von Spannungskopfschmerz sind:

• beidseitige Schmerzen
• leichte bis mittelschwere Schmerzen
• ein dumpfes, drückendes Schmerzgefühl
• Stirn, Augen, Schläfen und Nacken können betroffen sein
• ein ständiges, störendes Schmerzgefühl im Hintergrund
• Stress verstärkt die Schmerzen
• Chronische Spannungskopfschmerzen können zusammen mit Depressionen, Angst- oder Schlafstörungen auftreten.

Folgende Symptome sind untypisch für Spannungskopfschmerz:

• pulsierende Schmerzen
• erhöhte Lichtempfindlichkeit
• erhöhte Lärmempfindlichkeit
• einseitige Schmerzen
• gleichzeitige Übelkeit oder Erbrechen
• körperliche Aktivitäten verstärken die Schmerzen

Wenn Du feststellst, dass Deine Kopfschmerzen nicht die typischen Symptome von Spannungskopfschmerzen aufweisen, solltest Du Dich auf andere Kopfschmerztypen untersuchen lassen.

 

Medizinische Diagnose von Kopfschmerz-Erkrankungen

 

Bei schweren und lang anhaltenden Kopfschmerzen greifen Ärzte auf zahlreiche Methoden zurück, um Grund und Ursachen zu bestimmen, beispielsweise Untersuchung der Gehirnströme, bildgebende Verfahren oder Blut- und Nervenwasseruntersuchungen.

Diese aufwendigen Untersuchungstechniken erleichtern die Diagnose, ob es sich in Deinem Fall um Spannungskopfschmerz oder anderes handelt. Folgende Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden, bevor die Therapie beginnen kann:

Organische Ursachen: Kopfschmerzen können die Folge unterschiedlichster Erkrankungen sein. Sie treten beispielsweise bei einer Grippe oder einer Gehirnerschütterung auf. Entzündungen, Nervenschädigungen oder Tumore im Kopfbereich sind weitere Schmerzquellen.

Migräne: Bei Migräne handelt es sich um eine chronische, neurologische Erkrankung. Die Schmerzen sind einseitig und treten in Schüben auf. Wahrnehmungsstörungen, Übelkeit sowie Überempfindlichkeit gegenüber Lärm und Licht sind häufige Symptome.

Cluster-Kopfschmerz: Bei dieser Form kommt es zu starken einseitigen Schmerzschüben. Typischerweise liegt das Schmerzzentrum im Bereich von Stirn, Schläfe oder Auge.

Kombinationskopfschmerz: Manche Patienten leiden unter verschiedenen Arten von Kopfschmerzen gleichzeitig. Spannungskopfschmerzen sind in diesem Fall nur ein Teil der Beschwerden. Für eine erfolgreiche Therapie müssen alle Aspekte berücksichtigt werden.

Schmerzmittel-Kopfschmerz: Werden Schmerzmittel über lange Zeit eingenommen, kann sich ihre lindernde Wirkung ins Gegenteil umkehren. Der Körper reagiert auf die Medikation mit Dauerkopfschmerzen. Diese dürfen nicht mit weiteren Schmerzmitteln behandelt werden.

 

Schulmedizinische Therapie von Spannungskopfschmerzen

 

Medikamente sind ein wesentlicher Teil der schulmedizinischen Behandlung von Kopfschmerzen. Für episodische und chronische Kopfschmerzen werden unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt.

Bei episodischen Spannungskopfschmerzen sind es vor allem Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure, bei chronischen Schmerzen trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva.

Zu den nicht-medikamentösen Therapieformen zählen Biofeedback, Verhaltenstherapie oder chiropraktische Behandlungen.

Wenn Du Dir für die Behandlung Deines Spannungskopfschmerzes frei verkäufliche Medikamente kaufst, musst Du einige Dinge beachten. Die Höchstdosis, die in der Patienteninformation angegeben ist, darf nicht überschritten werden.

Das gilt sowohl für die Tagesdosis als auch die Einnahmedauer. Wenn Du Nebenwirkungen feststellst, musst Du das Präparat absetzen. Auf keinen Fall dürfen unterschiedliche Schmerzmittel ohne ärztliche Betreuung kombiniert werden.

 

Alternative Heilmethoden: Homöopathie

 

Homöopathie

 

Zu den bekanntesten alternativen Heilmethoden zählt die Homöopathie. Viele Schulmediziner lehnen homöopathische Mittel ab.

Der Hauptgrund ist, dass bis heute die Wirkung mit wissenschaftlichen Mitteln nicht nachzuweisen ist.

Dem stehen die Meinungen von Heilpraktikern und Patienten gegenüber, denen Homöopathie geholfen hat.

In der Homöopathie werden sogenannte Globuli verwendet. Das sind kleine Zuckerkügelchen, die den homöopathischen Wirkstoff enthalten.

Seltener werden Tropfen verschrieben. Die Auswahl des richtigen Mittels ist der Schlüssel zum Heilerfolg. Das Heilmittel wird individuell auf die persönlichen Eigenheiten des Patienten und die Symptome abgestimmt.

Aus diesem Grund gibt es eine ganze Reihe von Globuli, die bei Kopfschmerzen zu Wahl stehen. Wenn Du Dich für diese Heilmethode interessierst, hilft Dir ein ausgebildeter Heilpraktiker, das passende Mittel zu finden.

 

Alternative Heilmethoden: Akupunktur

 

Akupunktur zählt ebenfalls zu den alternativen Heilmethoden, deren Wirkungsweise und Erfolge umstritten sind. Doch gerade in der Schmerztherapie hat die Akupunktur inzwischen einen festen Platz.

Sie kann Patienten helfen, bei denen sich Schmerzen durch Medikamente nicht lindern lassen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt Akupunktur als Behandlungsmethode von Spannungskopfschmerz an.

Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit. Grundlage für die Heilmethode ist die traditionelle chinesische Medizin. Diese geht davon aus, dass der menschliche Körper mit vielen Energiebahnen - den Meridianen - durchzogen ist.

Bei Störungen des Energieflusses in den Bahnen kommt es zu Gesundheitsproblemen. An bestimmten Punkten lässt sich der Energiefluss in den Meridianen beeinflussen. Ein Überschuss wird abgeleitet, Blockaden behoben, ein Mangel ausgeglichen. Zu diesem Zweck stimuliert der Therapeut die entsprechenden Punkte mit dünnen Nadeln.

 

Schmerzlinderung durch Selbstmassage

 

Massage mit Pfefferminzöl

 

Wenn Du regelmäßig Kopfschmerzen hast, loht es sich, Selbstmassage-Techniken zu erlernen. Sie helfen bei plötzlichen Anfällen.

Leichtere Schmerzen lassen nach einer Selbstmassage oft in kurzer Zeit nach. Bei stärkeren Schmerzen kann die Massage lindernd wirken.

 

Selbstmassage im Kopfbereich: Bei Spannungskopfschmerzen ist die Massage von Schläfen, Stirn und Nasenwurzel wohltuend. Leichtes, kreisförmiges Massieren mit den Fingerspitzen genügt. In keinem Fall solltest Du in diesen Bereichen zu starken Druck ausüben.

Selbstmassage bei Spannungskopfschmerzen in Nacken und Schultern: Die Schmerzen werden oft durch verspannte Muskeln im Nacken- und Schulterbereich ausgelöst. Eine Selbstmassage lockert die Verspannungen. Probiere aus, an welchen Stellen Dir die Massage am meisten Erleichterung bringt.

Akupressur: Akupressur und Akupunktur sind miteinander verwandt. Beide nutzen das chinesische Meridiansystem, um Schmerzen zu lindern. Bei der Akupressur massierst Du die entsprechenden Punkte mit den Fingerspitzen oder einem stumpfen Gegenstand.

Massage mit Pfefferminzöl: Zu den Hausmitteln zählt die Gesichtsmassage mit einem ätherischen Öl. Du kannst zur Linderung von Spannungskopfschmerzen Stirn und Schläfen mit wenigen Tropfen Pfefferminzöl einreiben.

 

Stressabbau durch Entspannungstechniken

 

Stress zählt zu den häufigsten Auslösern für Spannungskopfschmerzen. Deswegen ist es wichtig, dass Du genügend Entspannungspausen einplanst. Ausreichend Schlaf unterstützt den Körper bei der Regeneration.

Entspannungstechniken sind für Schmerzpatienten ebenfalls ein nützliches Hilfsmittel. Sie mildern eine akute Attacke und helfen generell, den Alltagsstress abzubauen. Spannungskopfschmerzen loswerden - So geht es. 

Atemübungen: Bewusstes Atmen ist eine einfache Methode, die Aufmerksamkeit von den Schmerzen abzulenken. Gleichzeitig werden die Atemzüge länger und tiefer. Dies entspannt den Körper automatisch. Atemtechniken lassen sich fast überall durchführen. Das ist beispielsweise von Vorteil, wenn nach einem langen Tag im Büro Spannungskopfschmerz einsetzt.

Sanftes Bewegungstraining: Bewegung löst ebenfalls Spannungen im Körper. Für Schmerzpatienten eignen sich Aktivitäten, die den Organismus fit halten, aber nicht übermäßig anstrengen. Ideal sind Gehen, Laufen und Schwimmen, insbesondere an der frischen Luft. Einfache Yogaübungen oder Qi Gong sind ebenfalls zu empfehlen.

Muskelentspannungsübungen: Mit diesen Übungen lernst Du, wie Du verspannte Muskelpartien gezielt entspannen kannst. Auf diese Weise beugst Du Spannungskopfschmerzen vor und kannst einen Anfall lindern. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist eine der bekanntesten Methoden.

 

Kopfschmerzen vorbeugen: Tipps für Ernährung

 

Ernährung achten

Die Ernährung ist aus mehreren Gründen ein Faktor bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen.

Ein gesunder Körper benötigt die regelmäßige Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und anderen Nährstoffen.

Bei einem Mangel oder einem Überschuss kann es vermehrt zu Kopfschmerzen kommen.

Für eine reibungslose Muskelarbeit sind beispielsweise Magnesium und Kalium wichtig. Ein Mangel kann zu Muskelverspannungen und -krämpfen führen.

Frische Lebensmittel sind generell besser als industriell verarbeitete, da sie mehr Nährstoffe enthalten. Kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt entlasten den Organismus und tragen zum Wohlbefinden bei.

Wer zu Kopfschmerzen neigt, sollte seine Flüssigkeitszufuhr überprüfen. Wenn der Körper nicht genug Flüssigkeit erhält, reagiert er mit Unwohlsein und Kopfschmerzen. Der tägliche Normalbedarf liegt bei rund 35 Millilitern Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.

Sommerliche Temperaturen oder Sport erhöhen den Bedarf. Er lässt sich durch Getränke, wasserhaltiges Obst und Gemüse oder Suppen decken.

Bei manchen Lebens- und Genussmitteln solltest Du vorsichtig sein, weil sie Kopfschmerzen auslösen können. Für mehr Lebensqualität lohnt es sich, diese Auslöser zu meiden.

Das gilt für bestimmte Eiweißstoffe, Geschmacksverstärker oder Nitritpökelsalz. Ein Übermaß an Alkohol und Koffein wirkt sich ebenfalls ungünstig aus.

 

Den Schmerz dokumentieren: das Kopfschmerztagebuch

 

Ein Kopfschmerztagebuch ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Therapie, insbesondere bei chronischen Schmerzen. Es dokumentiert den Verlauf der Krankheit und zeigt typische Muster der Schmerzattacken an.

Wenn Du Dein Schmerztagebuch sorgfältig führst, ist es einfacher, die Auslöser zu finden, die bei Dir Kopfschmerzen auslösen. Diese werden in der Forschung auch "Trigger" genannt.

Das können bestimmte Situationen oder Verhaltensweisen sein. Manchmal sind es Lebensmittel, auf die Dein Organismus überempfindlich reagiert.

Damit der Umgang mit dem Tagebuch nicht zu aufwendig und kompliziert ist, gibt es vorgedruckte Formulare, in die Du die wichtigen Details schnell eintragen kannst. Die Vordrucke findest Du beispielsweise bei Selbsthilfegruppen im Internet.

Der Kopfschmerzkalender der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist ein gutes Beispiel. Er ist so angelegt, dass sich wichtige Informationen wie Schmerzstärke, Auslöser und Begleiterscheinungen rasch notieren lassen.

 

Lebensgewohnheiten ändern und Spannungskopfschmerzen vorbeugen

 

Lebensfreude

Bei wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen ist neben der Therapie die Vorbeugung wichtig.

Änderungen der Lebensweise helfen, das Risiko von Kopfschmerzen zu mindern, wie die Pressesprecherin der Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Dr. Förderreuther im Interview erklärt.

 
Eine Umstellung der Essgewohnheiten, Sport, Stressabbau oder Verzicht auf Nikotin sind einige Möglichkeiten, das Auftreten von Kopfschmerzen spürbar und auf Dauer zu mindern.
 
 

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