Cluster Kopfschmerzen - erfahre jetzt mehr darüber!

Cluster-Kopfschmerzen sind eine ernst zu nehmende Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich mindern kann. Mit gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen, die fast jeder kennt, hat diese Kopfschmerzform wenig zu tun. Eine Heilmethode ist bisher unbekannt. Kombinationstherapien helfen den Patienten, die Symptome zu lindern und das Anfallrisiko zu senken.

 

Cluster-Kopfschmerzen: die wichtigsten Fakten im Überblick

 

Der englische Begriff "Cluster" bedeutet Gruppe oder Ansammlung. Er bezeichnet einen Kopfschmerztyp, bei dem die Schmerzattacken in Gruppen auftreten und sich mit längeren schmerzfreien Perioden abwechseln.

Diese beiden Phasen werden als Clusterphase und Remissionsphase bezeichnet. Die einzelnen Attacken können sehr schnell aufeinanderfolgen. Das das erschwert die Diagnose, ob es sich um kürzere Einzelanfälle oder eine einzige lange Schmerzphase handelt.

Die Medizin ordnet Cluster-Kopfschmerz bei den trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen ein. Diese betreffen den Trigeminusnerv, der im Bereich der Augen, des Oberkiefers und des Unterkiefers verläuft.

Der Schmerz befällt genau diese Region, typischerweise auf einer Seite.

Cluster Kopfschmerzen Regionen

 

Cluster-Kopfschmerz tritt seltener auf als andere Kopfschmerztypen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Erkrankung sehr selten.

Die genaue Cluster-Kopfschmerzen-Ursache ist unbekannt. Der Ursprung wird im Hypothalamus vermutet. Über die Mechanismen der Schmerzerkrankung wissen die Mediziner Genaueres. Während der Schmerzphasen kommt es zu entzündlichen Vorgängen im Bereich des Auges und der Nebenhöhlen.

Patienten, die an Cluster-Kopfschmerz leiden, weisen in bestimmten Gehirnregionen eine andere Dichte an grauer Substanz auf als Kontrollpersonen ohne Beschwerden. Für die Schmerzanfälle gibt es bei jedem Betroffenen bestimmte Auslöser.

Beispielsweise Alkohol kann in bestimmten Mengen während der Clusterperiode zu einem Schmerzanfall führen. Hormonumstellungen, Kalziumantagonisten und Histamin sind ebenfalls kritische Substanzen.

Helles Licht oder andere Umweltreize, Allergien sowie Entzündungen im Kopfbereich gelten als auslösende Faktoren. Bei manchen Substanzen reagiert der Körper während der Clusterphase anders als während der Remissionsphase. Das erschwert die Behandlung und Prävention der Erkrankung.

 

Krankheitsbild Cluster-Kopfschmerzen: Einteilung und Symptome

 

Die Schmerzattacken treten meist nachts, am frühen Morgen oder mittags mit großer Heftigkeit auf. Leichte Cluster-Kopfschmerzen gibt es nicht.

Auf einer Schmerzskala von 1 bis 10 liegen sie meist im obersten Bereich.

 

Schmerzskala

 

In der Regel dauern sie zwischen einer Viertelstunde und drei Stunden. Die Betroffenen sind in dieser Zeit meist unruhig und bewegen sich ständig. Sie können aggressiv reagieren. Die Anzahl der Anfälle schwankt zwischen einem Anfall innerhalb von zwei Tagen bis zu acht Anfällen an einem Tag.

In den meisten Fällen tritt mindestens eines der folgenden Symptome bei den Schmerzanfällen auf:

• Schweißausbrüche im Gesicht oder auf der Stirn
• verstopfte oder laufende Nase
• Tränenfluss
• Bindehautentzündung
• Lidschwellung
• Horner-Syndrom mit herabhängendem Lid, eingesunkener Augenhöhle und verengter Pupille

Beim episodischen Cluster-Kopfschmerz betragen die schmerzfreien Intervalle mindestens vierzehn Tage. Beim chronischen Cluster-Kopfschmerz sind die schmerzfreien Intervalle kürzer oder entfallen ganz.

Um die Diagnose Cluster-Kopfschmerz eindeutig zu stellen und von anderen Erkrankungen wie Migräne oder Spannungskopfschmerz abzugrenzen, setzen Ärzte häufig bildgebende Verfahren ein.

 

Schulmedizinische Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen: der Gang zum Arzt

 

Wenn der Arzt die Diagnose Cluster-Kopfschmerz stellt, leitet er damit eine langwierige Behandlung ein. Ein Teil der Therapie konzentriert sich darauf, mögliche Auslöser zu identifizieren. Die medikamentöse Behandlung unterscheidet sich in den beiden Phasen der Erkrankung.

Akuttherapie: Bei akuten Schmerzattacken geht es zunächst um eine Linderung der Schmerzen. Verabreicht werden vor allem Triptane. Zusätzlich erhält der Patient reinen Sauerstoff über eine Maske.

Intervalltherapie: Cluster-Kopfschmerzen vorbeugen ist das Anliegen in den Remissionsphasen. Als vorbeugende Medikation wird bevorzugt der Wirkstoff Verapamil verschrieben. Eine Alternative sind vor allem Lithiumsalze und Kortikoide. Ziel dieser Therapie ist, die Remissionsphasen nach Möglichkeit zu verlängern und die Anzahl der Anfälle zu vermindern.

Eine zuverlässige Heilmethode für Cluster-Kopfschmerzen ist bisher nicht bekannt. Operative Verfahren sind wegen der Schwere des Eingriffs nur in wenigen Fällen eine Option. Verschiedene Verfahren zur Nervenstimulation sind in der Entwicklung. Sie zeigen erste Erfolge, sind aber noch keine Standardtherapie.

Fehler bei der Selbstmedikation vermeiden: Schmerzmittel dürfen nicht im Übermaß genommen werden. Die Dosierung der verschreibungspflichtigen Medikamente erfährst Du von Deinem Arzt. Du darfst sie nicht ohne Rücksprache ändern.

Wenn Du bereits in ärztlicher Behandlung bist, musst Du die zusätzliche Einnahme von frei verkäuflichen Präparaten mit Deinem Arzt besprechen. Bei manchen Medikamenten kommt es zu Wechselwirkungen mit anderen Präparaten.

Deswegen dürfen bestimmte Wirkstoffe nicht gleichzeitig verabreicht werden. Nicht jedes frei verkäufliche Schmerzmittel ist für die Cluster-Kopfschmerzen-Therapie geeignet. Wenn ein Wirkstoff keine Wirkung zeigt, kannst Du dies nicht durch eine Erhöhung der Dosierung ändern.

 

Alternative Heilmethoden für Cluster-Kopfschmerzen: der Gang zum Heilpraktiker

 

Gang zum Heilpraktiker Globuli

Wenn Du Dich für alternative Heilmethoden als Therapiealternative interessierst, ist ein ausgebildeter Heilpraktiker der richtige Ansprechpartner.

Er wird Dir nach einem ausführlichen Diagnosegespräch die unterschiedlichen Heilmethoden vorstellen, die zu Deinen Beschwerden passen.

Viele dieser Methoden beruhen auf der Förderung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Sie reichen von Injektionen über Massagetherapien und Bewegungslehre bis hin zur Ernährungsberatung.

Bei der homöopathischen Behandlung erhältst Du stark verdünnte Wirkstoffe in Form von Zuckerkügelchen (Globuli) oder Tropfen. Dieser Therapieansatz beruht auf der Annahme, das Gleiches von Gleichem geheilt wird.

Die stark verdünnte Substanz würde bei hoher Konzentration genau die Symptome auslösen, die bei Dir als Beschwerden auftreten. In der schwachen Konzentration regt sie den Körper an, die Erkrankung zu heilen.

 

Traditionelle chinesische Medizin: Akupunktur und Akupressur als Begleittherapie

 

Akupunktur

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) kennt ein umfangreiches Repertoire an Behandlungsmethoden für Kopfschmerzen. Die Diagnosetechniken unterscheiden sich von denen der westlichen Schulmedizin.

Mischungen aus Heilkräutern und andere Substanzen sowie Akupunktur sind die bevorzugten Therapiemethoden.

Im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzformen spricht der Cluster-Kopfschmerz während der Clusterphase kaum auf eine reine Akupunkturbehandlung an. In Kombination mit anderen Behandlungsmethoden hat sich die Akupunktur jedoch bewährt.

Akupunktur: Nach den Vorstellungen der TCM durchziehen zahlreiche Energiebahnen (Meridiane) den Körper. Bei gesunden Menschen ist der Energiefluss gleichmäßig und sorgt für einen geregelten Ablauf der Körperfunktionen. Bei Störungen treten gesundheitliche Beschwerden auf.

An bestimmten Punkten des Körpers lassen sich die Meridiane energetisch beeinflussen. Hierfür stimuliert der Therapeut die Punkte, die einem Krankheitsbild zugeordnet sind, mit dünnen Nadeln. Auf diese Weise sollen die Störfaktoren beseitigt werden.

Akupressur: Bei der Akupressur werden die Punkte auf den Meridianen durch Druck stimuliert. Diese Methode kannst Du zu Hause selbst anwenden. Vorher solltest Du Dir genau erklären lassen, wo die Punkte liegen. Bei Cluster-Kopfschmerzen sind vor allem ausleitende, harmonisierende Punkte und Stimulationstechniken gefragt.

 

Hilfsmittel für Kopfschmerzpatienten: Schmerztagebuch und -App

 

Kopfschmerztagebuch, -kalender oder -App: Das sind die nützlichen Hilfsmittel für jeden, der regelmäßig unter Kopfschmerzanfällen leidet. Experten wie Prof. Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte weisen darauf hin, wie wichtig das Sammeln von Daten für Diagnose und Therapieerfolg ist.

Typische Krankheitsverläufe und -auslöser sind bei einer ausführlichen Dokumentation leichter zu erkennen. Vorgedruckte Formulare kannst Du im Internet herunterladen. Sie lassen sich in kürzester Zeit ausfüllen, wenn Du akute Beschwerden hast.

Pro Monat legst Du ein Blatt an und trägst alle relevanten Informationen ein. Zusammen mit Deinem behandelnden Arzt wertest Du die gesammelten Daten aus. Bei Bedarf kann die Therapie angepasst und verbessert werden.

Die Kopfschmerz-App ist die Weiterentwicklung des Kopfschmerztagebuchs. Sie hat nützliche Zusatzfunktionen, die Begleitung und Behandlung von chronischen Schmerzen unterstützen.

 

Begleitende Behandlungsmethoden: Hausmittel gegen Kopfschmerzen

 

Da Kopfschmerzen so verbreitet sind, gibt es zahlreiche Tipps für Hausmittel. Nicht alle haben sich bewährt. Jedoch gibt es eine Anzahl von Hausmitteln, die Schmerzen lindern können. Sie sind nicht als Ersatz für eine ärztliche Behandlung gedacht.

Insbesondere Cluster-Kopfschmerzen bedürfen professioneller Behandlung. Es lohnt sich jedoch auszuprobieren, ob bei Deinen Cluster-Kopfschmerzen Hausmittel ein wenig Linderung verschaffen.

 

Wärme und Kälte

 

Bei Kopfschmerzen können Kälte- oder Wärmereize im Kopfbereich helfen. Es nicht immer klar, ob Wärme- oder Kältebehandlung die bessere Option ist. Am besten probierst Du selbst aus, welche Variante Dir hilft. Hilfsmittel für die Kälte- oder Wärmetherapie sind Kompressen, Kirschkern- oder Heizkissen sowie Infrarotlampen.

 

Ätherische Öle

 

Ätherisches ÖlDie Verwendung von ätherischen Ölen zu Heilzwecken ist unter dem Begriff Aromatherapie bekannt. Die Öle werden entweder einmassiert, inhaliert oder in einem Verdunster verwendet. Wichtig ist, nur hochwertige Öle zu verwenden.

Billigöle können Schadstoffe enthalten und haben nicht dieselben Wirkungen wie naturreine Öle. Ätherische Öle können Unverträglichkeitsreaktionen auf Häuten und Schleimhäuten auslösen.

Sie sind nicht für die innere Anwendung gedacht. Gegen Kopfschmerzen haben sich insbesondere Pfefferminz-, Rosmarin- und Lavendelöl bewährt.

 

Tees mit Heilkräutern

 

Heilkräuter TeeZu den wichtigsten Heilpflanzen zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen zählen Pfefferminze, Lavendel sowie Traubensilberkerze.

Weitere Kräuter gegen Kopfschmerzanfälle sind Echtes Mädesüß und Baldrian. Sie werden als Tee aufgebrüht und getrunken.

Wirksame Heilkräuter können ebenso wie Medikamente Nebenwirkungen auslösen. Deswegen ist es wichtig, dass zu zunächst nur eine kleine Menge zu Dir nimmst.

Bei unerwünschten Begleiterscheinungen darfst Du diese Heilpflanze nicht weiter verwenden.

Du erhältst die getrockneten Kräuter in gut sortierten Drogeriemärkten und in der Apotheke. Beim Kauf in der Apotheke steht Dir der Apotheker außerdem mit fachkundigem Rat zur Verfügung, wenn Du Fragen hast.

 

Diagnose Cluster-Kopfschmerzen: Gewohnheiten und Lebensweise ändern

 

Wenn Du regelmäßig unter Cluster-Kopfschmerzen leidest, ist es sinnvoll, Deine Lebensweise zu überprüfen. Bestimmte Verhaltensweisen und Routinen provozieren oder verstärken Schmerzattacken. Diese Auslöser oder "Trigger" solltest Du nach Möglichkeit meiden. Folgende Tipps können helfen, die Lebensqualität generell zu verbessern.



Essen und Trinken:

Abwechslungsreiche, leichte und vollwertige Ernährung ist für Schmerzpatienten in vielen Fällen sinnvoll. Die Verdauungsarbeit belastet den Körper. Eine Umstellung auf leicht verwertbare Nahrungsmittel hilft, den Organismus zu entlasten.

Gesund Essen

 

Eine ausreichende Versorgung mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen ist entscheidend. Sie werden für alle wichtigen Körperfunktionen benötigt.

Flüssigkeitsmangel sollten Kopfschmerzpatienten vermeiden. Denn wenn der Körper dehydriert ist, kann bereits dies zu Kopfschmerzen führen.

Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtsaftschorlen eignen sich, um einen Mangel rasch auszugleichen.

 

Körperliche Bewegung:

Yoga auf Berg

Ob mehr körperliche Bewegung in Deinem Fall Linderung bringt, musst Du ausprobieren. Kopfschmerzen können durch mehr Aktivität ausgelöst oder verschlimmert werden.

Falls dies nicht der Fall ist, kannst Du regelmäßige Spaziergänge oder leichtes Lauftraining an der frischen Luft einplanen. Bei manchen Patienten zeigen Yoga oder Qi Gong Erfolge. 

 

 

Ergonomische Möbel: Verspanntes Sitzen ist ein Risikofaktor für Kopfschmerzanfälle. Wenn Du regelmäßig nach einem langen Tag am Schreibtisch an Kopfschmerzen leidest, kann dies an Deiner Sitzhaltung liegen.

Aufrechtes Sitzen, gelegentliches Verändern der Körperhaltung oder ein Balancekissen helfen, Verspannungen zu vermeiden. Ergonomische Sitz- und Büromöbel sind eine weitere vorbeugende Maßnahme.

 

Mit Cluster-Kopfschmerzen leben

 

Cluster-Kopfschmerzen sind eine belastende Erkrankung, die professionelle Hilfe und Behandlung erfordert. Ergänzend dazu kannst Du einiges tun, um Beschwerden zu lindern oder die Häufigkeit zu reduzieren. Durch die Vermeidung von möglichen Auslösern senkst Du das Anfallrisiko. 
 
Cluster-Kopfschmerzen heilen - das kann die Medizin beim heutigen Stand nicht versprechen. In vielen Fällen zeigt eine Kombination verschiedener Therapien während der Cluster- und der Remissionsphase die beste Wirkung. Es lohnt sich, wenn Du Dich über die verschiedenen Methoden informierst und mehr als eine Fachmeinung einholst.
 
 

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