Burnout - das schleichend beginnende Ausgebranntsein!

In unserer Arbeitswelt steigen die Anforderungen, die Freizeit wird von zahlreichen Aktivitäten geteilt und zwischendrin stehst du selbst und fühlst dich leer und erschöpft? Dass Menschen auf erhöhten Stress mit den unterschiedlichsten körperlichen, aber auch psychischen Beschwerden reagieren ist völlig normal.

Wie aber kommt es dann zum Burnout, der ohne Zweifel eine Stressfolge ist? Hier erfährst du nicht nur, was  Burnout - das schleichend beginnende Ausgebranntsein ist und wie er entsteht, sondern auch, wie du mit der Diagnose klarkommen kannst. 

 

Was ist Burnout und welche Symptome gibt es?

 

Burnout alleine einsam

Nachdem du bereits über längere Zeit einige Beschwerden hattest, ist schließlich der Punkt erreicht, an dem nichts mehr geht.

Unter Burnout versteht man eine totale Erschöpfung der körperlichen, geistigen und emotionalen Ressourcen eines Menschen.

Gleichzeitig tritt eine stark verminderte Leistungsfähigkeit auf. Betroffene selbst fühlen sich innerlich leer und klagen über extreme, alles überwältigende Erschöpfung.

Diese Erschöpfung geht so weit, dass die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen dauerhaft eingeschränkt ist, dass der Verlust des Arbeitsplatzes droht. 

Hinsichtlich der Symptome zeigt sich Burnout bei jedem Menschen etwas anders. Neben der totalen Erschöpfung gibt es noch weitere Symptome, die auf Burnout hindeuten.

Auffällige emotionale Reaktionen, wie beispielsweise extreme Lustlosigkeit oder Zynismus gegenüber der Arbeit oder Kollegen können auf das Vorliegen eines Burnouts hindeuten.

Aber auch eine immer weiter voranschreitende emotionale Distanzierung und Abstumpfung den beruflichen Aufgaben oder dem Alltag gegenüber gehört zu den Warnsignalen.

Auf der körperlichen Seite werden Burnouts häufig von Magen- Darm-beschwerden begleitet, aber auch Verspannungen der Muskulatur oder Beschwerden des Bewegungsapparats sind häufig anzutreffen.

Ebenfalls häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sowie Schlaflosigkeit. Der angegriffene Allgemeinzustand der Betroffenen macht sie zudem anfälliger für Infekte.

Manche Betroffene entwickeln zudem Symptomatiken, die an eine Depression oder an eine Angststörung erinnern. Hier sind vor allem die gedrückte Stimmung, der Verlust an Interessen sowie allgemeine Freudlosigkeit wichtige Anzeichen.

Je stärker Betroffene in dem Ausgebranntsein feststecken, desto stärker verringert sich deren Leistungsfähigkeit. Auffällig ist, dass die Leistungsminderung nicht nur den beruflichen Bereich betrifft, sondern auch auf den Alltag, Haushalt und sogar Freizeit übergreift. 

 

So läuft die Entstehung von Burnout ab

 

Damit es zum Ausgebranntsein des Burnout-Syndroms kommt, müssen Stress und Überforderung für längere Zeit bestehen bleiben. Die Entstehung des Burnouts verläuft nicht linear, wird aber üblicherweise in zwölf Phasen unterteilt.

Am Anfang steht der Willen, sich selbst und anderen die eigene Leistungsfähigkeit beweisen zu wollen, gepaart mit extremem Leistungsbestreben. Die hohen Erwartungen führen zu dauerhafter Überarbeitung, persönliche Bedürfnisse spielen eine geringer werdenden Rolle.

Bereits in dieser frühen Phase überspielen Betroffene die auftretenden Probleme und Konflikte, zweifeln aber tatsächlich innerlich an ihrem Wertesystem. Ehemals wichtige Hobbys oder Freunde werden als unwichtig abgewertet.

Mit dem stetigen Absinken der Toleranzgrenze geht der soziale Rückzug einher, bis auf ein absolutes Minimum an Kontakten. Dem Umfeld wird nun zunehmend die Verhaltensänderung des Betroffenen bewusst, während der Betroffene einen fortschreitenden Verlust des Selbstwerts erfährt.

Mit einsetzender Depersonalisierung wird das Leben von Betroffenen zunehmend mechanisch ausgeführt, während versucht wird, die innere Leere durch äußerliche Überreaktionen zu überspielen.

Am Ende der Burnoutentwicklung steht eine Depression mit den entsprechenden Symptomen, wie Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und ersten Suizidgedanken. 

 

Wie bekommt man Burnout?

 

Stress gehört zu unserem Leben dazu und kann auch verkraftet werden. Wird der Stress aber so stark, dass es über längere Zeit dein Leben bestimmt und dir das Regenerieren unmöglich macht, steigt die Gefahr für einen Burnout.

Zu den Ursachen von Burnout gehören dauerhafte Belastungssituationen, beispielsweise durch extremen Zeitdruck, Über- oder Unterforderung oder konfliktreiche Konstellationen am Arbeitsplatz. Ständige Erreichbarkeit, auch nach Feierabend, verschärfen das Problem. 

"Burnout ist auch das Krankheitsbild der Kommunikationsgesellschaft." Dr. phil. Miriam Meckel (*1967), Medienwissenschaftlerin - Quelle: DER SPIEGEL

Werden die eigenen Bedürfnisse nach Regeneration über längeren Zeitraum nicht erfüllt, droht das Ausbrennen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Warnsignale des Körpers absichtlich missachtet wurden oder tatsächlich keine Zeit für Ausgleich vorhanden war.

Dass Stress krank macht ist bewiesen, damit es allerdings zum Burnout kommt, müssen noch weitere Faktoren gegeben sein. Betroffene selbst tragen Risikofaktoren in sich, die das ausbrennen wahrscheinlicher machen.

Du warst schon immer perfektionistisch veranlagt, möchtest deine Aufgaben besser erledigen als alle anderen und am wohlsten fühlst du dich, wenn du Verantwortung übernehmen kannst?

Ausgeprägter Idealismus und unrealistisch hohe Erwartungen an deinen Beruf führen zu großer Frustration, weil diese Idealbilder niemals der Wirklichkeit entsprechen können. Die für den enormen

Einsatz erwartete Belohnung durch Vorgesetzte bleibt aus, was zu Frustration und Sinnzweifel führt. Was mit maximaler Begeisterung beginnt, schlägt schließlich in Gleichgültigkeit um. Auch die eigene psychische Disposition spielt daher bei der Burnout Entstehung eine Rolle.

Wer alles alleine managen möchte, schafft sich oft Situationen, in denen dauerhafte Überforderung vorprogrammiert ist. Burnouts entstehen nicht von einem durchgearbeiteten Wochenende, sondern dann, wenn innere und äußere Risikofaktoren aufeinander treffen.

 

Wer diagnostiziert Burnout?

 

Für Laien, aber auch für Betroffene ist die Selbsteinschätzung nicht einfach: Handelt es sich um eine normale Erschöpfung, die mit einer Woche Urlaub besser wird oder ist es bereits ein beginnender Burnout?

Wenn du dich erschöpft fühlst und das Ruhebedürfnis deines Körpers nicht mehr länger ignoriert werden kann, solltest du dem auch nachgeben.

Bleibt das tiefe Erschöpfungsgefühl auch nach einer angemessenen Ruhephase bestehen, solltest du zunächst deinen Hausarzt aufsuchen und ihm dein Problem schildern. Auch, wenn der Verdacht auf Burnout-Syndrom für Laien nahe liegt, muss eine genaue Abklärung erfolgen.

Schließlich gibt es zahlreiche körperliche Ursachen, die genau diese Symptome verursachen können. Klar vom Burnout-Syndrom getrennt werden müssen Fibromyalgie und das Chronische Erschöpfungssyndrom. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion muss ausgeschlossen werden.

Zusätzlich muss untersucht werden, ob Schlafstörungen bestehen, die ein Regenerieren behindern. Im nächsten Schritt wird ausgeschlossen, dass Angststörungen oder ein Depression für deine Beschwerden verantwortlich sind.

Wegen der hohen Überschneidung der Symptome von Depression und Burnout ist die Abgrenzung oft schwierig. Die starke Entfremdung der Betroffenen von ihren Pflichten, vor allem von ihrer Arbeit ist jedoch ein klares Merkmal des Burnouts.

Solltest du bereits dauerhaft Medikamente einnehmen müssen, ist dies ein Punkt, den dein Hausarzt ebenfalls wissen muss. Schließlich gibt es Medikamente, zu deren Nebenwirkungen auch Abgeschlagenheit oder Erschöpfungszustände zählen.

Sind weder körperliche noch psychische Beschwerden oder eine Medikamenteneinnahme für den dauerhaften, tiefen Erschöpfungszustand verantwortlich, muss ein Burnout in Betracht gezogen werden. 

 

Gibt es einen Test für Burnout?

 

Liegt nach einer ausführlichen Anamnese der Verdacht nahe, dass du an Burnout leidest, kann dein Arzt in dieser Richtung weiterforschen. Um auf die Spur des Burnouts zu kommen, gibt es einige wissenschaftlich fundierte Fragebögen, die das Diagnostizieren vereinfachen.

Zu den bekanntesten Fragebogensystemen gehört das Maslach-Burnout-Inventar (Quelle: https://dr-elze.com/maslach-burnout-inventory). Dieses Messinstrument wurde zu Beginn der 80er Jahre entwickelt und arbeitet in 22 Fragen die Dimensionen des Burnouts ab.

Gemessen werden dabei der Grad der emotionalen Erschöpfung, Depersonalisierung und der Grad der reduzierten Leistungsfähigkeit. Seit Mitte der 90er Jahre ist das Maslach-Burnout-Inventory sogar noch weiter differenziert und in für verschiedene Berufsgruppen und Tätigkeitsfelder geeignete Formen unterteilt.

Trotzdem solltest du im Hinterkopf behalten, dass das Maslach-Burnout-Inventory ursprünglich nicht zur Diagnose, sondern als Untersuchungsinstrument für die Forschung gedacht war.

Hinzu kommt, dass bis heute keine allgemeingültige Definition für Burnout als Krankheitsbild gibt. Solche Testinstrumente geben deinem Arzt dennoch wichtige Hinweise darauf, ob bei dir nicht tatsächlich ein Burnout vorliegt.

 

Wie wird Burnout behandelt?

 

Spaziergang

Wer sich über längere Zeit erschöpft fühlt und keine Energie für einen normalen Alltag mehr aufbringen kann, sollte sich dringend an den Hausarzt wenden und falls die Burnout-Diagnose gestellt wird, diese auch annehmen.

Je schneller du akzeptierst, dass du unter diesem Syndrom leidest, desto besser gelingt es dir, den Schritt heraus zu gehen.

Da Burnout kein einheitliches Krankheitsbild zeigt, kann auch die Behandlung nicht für jeden Betroffenen identisch verlaufen.

Die aufgrund der verschiedenen Tätigkeiten entstehenden Burnoutprofile erlauben keine allgemeingültige Gegenmaßnahme. In der Behandlung des Burnouts geben vielmehr die vorliegenden Beschwerden und deren Stärke die Behandlung vor.

Du kennst deine persönlichen Stressauslöser bereits? Diese solltest du im Rahmen deiner Genesung so weit wie möglich meiden. Eine gesunde Lebensweise, die deine eigenen Bedürfnisse respektiert, gehört ebenfalls zu den Elementen, die dir beim Gesundwerden helfen.

Einfache Alltagstätigkeiten, die Erholungscharakter haben, wie beispielsweise ein Spaziergang, Sport oder ein Hobby helfen dir, dich in einem nicht belasteten Kontext zu erleben. Soziale Kontakte sind ebenfalls hilfreich.

Freunde und Verwandte helfen dir dabei, dein Selbstwertgefühl zu stärken und Sorgen mit dir zu teilen. Großen Stellenwert in der Behandlung hat aber auch die Arbeit an deiner eigenen Einstellung.

Falls du Perfektionist bist, ist es nun an der Zeit, unrealistische Anspruchshaltungen an andere und natürlich auch an dich selbst zu überdenken. Auch alle anderen Verhaltensmuster sollten kritisch beleuchtet werden. Schließlich haben diese an der Entstehung deines Burnouts beigetragen. 

 

Welche Hilfe gibt es bei Burnout außerdem noch?

 

In akuten Phasen des Burnouts kann der Hausarzt zwar mit Krankschreibungen aufgrund der Symptome helfen, damit du für eine festgelegte Zeit zur Ruhe kommen kannst. Eine wirklich nachhaltige Therapie ist dies jedoch nicht, da die Ursachen nicht bearbeitet werden.

Zu den mittlerweile gängigen Therapieformen beim Burnout-Syndrom zählen kognitive Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologische Behandlung. Im Rahmen der Verhaltenstherapie lernst du, deine Verhaltensmuster, die zum Entstehen beigetragen haben, zu ändern.

Dies kann beispielsweise bedeuten, deinen Erwartungsdruck herabzusetzen. Auch das Organisieren deines Alltags und deiner Arbeit kann Thema sein, beispielsweise um Zeitdruck gar nicht erst entstehen zu lassen.

Bei tiefenpsychologischen Behandlungen steht die tiefergehende Umstrukturierung im Mittelpunkt. Hier kannst du lernen, neues und starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln.

So erhältst du die Möglichkeit, dich und deine Bedürfnisse besser von anderen abgrenzen zu können und in Konflikten für dich selbst einzustehen. Während der Therapie erlernst du außerdem Strategien, um besser mit Stress umgehen zu können.

Dies kann progressive Muskelentspannung sein oder autogenes Training. Aber auch Yoga und weitere Meditationsformen sind geeignet. Ergänzend verschreiben Ärzte begleitend zu Verhaltenstherapie und tiefenpsychologischer Behandlung auch Medikamente.

Dabei handelt es sich überwiegend um Präparate auf Johanniskraut Basis oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sowie Medikamente gegen Schlafstörungen.

Für manche Patienten bedeutet es auch Hilfe, mit ergänzenden Angeboten selbst aktiv etwas gegen Überforderung und die verminderte Selbstwirksamkeit zu tun.

Mittlerweile haben sind Betroffene in vielen Städten zu Vereinen oder Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Hier erlebst du aus nächster Nähe, dass du mit deinem Burnout-Syndrom nicht alleine bist. 

 

Burnout in der Klinik behandeln lassen

 

Wer an einem Burnout-Syndrom erkrankt ist, wird in der Regel ambulant therapiert. Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, sich für mehrere Wochen in eine Klinik zu begeben. Vor allem in sehr stark ausgeprägten Fällen ist dies sinnvoll, um einen klaren Schnitt vom belastenden Alltag zu schaffen.

Hier erhältst du für drei bis sechs Wochen eine Auszeit, in der du dich voll und ganz auf dich selbst und deine Genesung konzentrieren kannst. Ansprechpartner befinden sich in der Klinik in nächster Nähe, die oftmals belastenden Alltagspflichten fallen für den Zeitraum des Klinikaufenthalts ebenfalls weg.

Bei einer zusätzlichen medikamentösen Behandlung bietet der Klinikaufenthalt zudem den Vorteil, den Wirkungseintritt genau überwachen zu können. Schließlich benötigen die meisten in der Therapie eingesetzten Medikamente mindestens zwei Wochen, um erste Wirkung zu zeigen.

Hierzu sollte eine psychosomatische Klinik gewählt werden, die sich auf die Therapie von Burnout-Patienten spezialisiert hat. Das tatsächliche Behandlungskonzept ist in der Klinik der ambulanten Therapie sehr ähnlich: Neben psychotherapeutischen Angeboten wird auch Bewegung eingesetzt.

So erlernen Patienten schon während des Klinikaufenthalts, mit Sport einen Ausgleich für belastende Situationen zu schaffen. 

 

Burnout überwinden - eine Lebensaufgabe

 

Burnout überwinden

Je früher du reagierst und das Burnout-Syndrom angehst, desto besser ist auch die langfristige Chance auf eine nachhaltige Besserung.

Denn ohne Hilfe ist es Betroffenen kaum möglich, aus der alles lähmenden Erschöpfung herauszufinden.

Im Extremfall endet Burnout-Syndrom in andauernder Verzweiflung, Substanzmissbrauch oder Suizidgedanken.

 

Damit du den Burnout nachhaltig bewältigst ist eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben, Anspannung und Entspannung entscheidend.

Übermäßige Belastungen und Überforderung dürfen nicht der Normalzustand sein, deswegen ist es wichtig zu lernen, auch mal nein zu sagen.

In der Therapie lernst du das Werkzeug, um diese Balance wieder herzustellen und dauerhaft einen ausgeglichenen Lebensstil zu führen. Auch, wenn es dir schon wieder besser geht - die Prävention des erneuten Auftretens des Burnouts ist eine Lebensaufgabe.

 

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