Burnout Anzeichen - das sind die 10 häufigsten

Burnout - ausgebrannt sein - wurde lange Zeit nicht als Krankheitsbild anerkannt. Inzwischen ist der Zustand der Dauererschöpfung durch übermäßige Beanspruchung Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte. Laut Statistiken fühlen sich immer mehr Menschen von Burnout-Anzeichen betroffen. Die möglichen Anzeichen für die Erkrankung sind vielfältig. Sie äußern sich psychisch, körperlich oder im Verhalten den Betroffenen.

 

Diagnose Burnout: krank durch Dauerstress

 

Burnout ist ein komplexes Beschwerdebild, das ernsthafte und tief greifende Konsequenzen für die Betroffenen hat. Er beeinträchtigt den Alltag, das Berufsleben und die allgemeine Lebensqualität. Hauptursache ist zumeist eine Dauerbelastung, die zur Dauerüberforderung wird.

Betroffen sind vor allem Menschen, die zum Perfektionismus neigen und es allen recht machen wollen. Ein starkes Harmoniebedürfnis sowie ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl sind weitere Risikofaktoren.

 

Herbert J. Freudenberger, ein amerikanischer Psychotherapeut, hat im Jahre 1974 zum ersten Mal die Burnout-Symptomatik beschrieben. Er erkannte, dass Menschen, die sich in Sozialberufen engagieren, häufig von Burnout-Anzeichen betroffen sind. Eine medizinisch anerkannte Krankheit ist Burnout nicht.

Dennoch gibt es zahlreiche Forschungsstudien zum Thema, die wertvolle Erkenntnisse für Diagnose, Therapie, Früherkennung sowie Prävention liefern. Die Forscher haben unterschiedliche Modelle entwickelt, die das Fortschreiten und die Phasen des Burnouts beschreiben.

Einige sind in vier Phasen eingeteilt, andere in bis zu zwölf Phasen.

 

12 Phasen model

 

Insbesondere für die Arbeitswelt sind diese Forschungserkenntnisse wertvoll. Mitarbeiter, bei denen frühe Burnout-Anzeichen nicht rechtzeitig erkannt werden, können nicht mehr die volle Leistung erbringen und fallen schließlich langfristig aus.

 

Burnout-Anzeichen: Diese Symptome erhöhen das Risiko des Erschöpfungssyndroms

 

Ein Burnout entsteht nicht von einem Tag auf den anderen. Die frühen Burnout-Anzeichen lassen sich meist schwer erkennen. Sie wirken wie vorübergehende Unpässlichkeiten oder vereinzelte Gesundheitsprobleme. Trotzdem gibt es eine Reihe von Leitsymptomen, die auf einen Burnout hinweisen.

Ein exaktes Krankheitsbild ist schwer festzulegen.Die Grenzen zwischen einzelnen Symptomen sind fließend. Sie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Treten sie kurzfristig und einzeln auf, deutet dies noch nicht auf eine Dauerüberlastung hin.

Wenn Du jedoch mehrere der Hauptsymptome bei Dir feststellst, ist Vorsicht geboten. Das gilt vor allem, wenn Du merkst, dass sich die einzelnen Burnout-Anzeichen gegenseitig verstärken. Das sind die 10 häufigsten Burnout Anzeichen.

 

1. Schlafprobleme

 

Schlafstörungen

Wie viele andere Burnout-Anzeichen wirkt Schlaflosigkeit in einem frühen Stadium nicht bedrohlich.

Wer ein oder zwei Nächte nicht richtig durchschlafen kann, findet meist eine Erklärung dafür: Aktuelle Probleme, eine Sportverletzung, ein Grippeanfall oder Lärm aus der Nachbarwohnung kaschieren das eigentliche Symptom.

Das Einschlafen fällt Betroffenen ebenfalls schwer. Es dauert merklich länger, bis nach dem Bettgehen die Schlafphase einsetzt. Falls Du bemerkst, dass Deine nächtliche Ruhephase immer kürzer und unruhiger wird, ist das ein Warnsignal.

Dein Körper benötigt die Schlafphasen für Heilungs- und Regenerationsprozesse. Auch Lernprozesse finden im Schlaf statt. Werden diese wichtigen Vorgänge unterbrochen, merkst Du dies tagsüber. Du bist müde, unkonzentriert und es fällt Dir schwer, Neues zu lernen.

 

2. Reizbarkeit

 

Menschen, die von Burnout-Anzeichen betroffen sind, reagieren oft gereizt und ungewohnt heftig. Kleinere Alltagsprobleme, unvorhergesehene Terminverschiebungen oder technische Pannen können zu heftigen Wutausbrüchen führen. Selbst wenn die Betroffenen merken, dass sie überreagieren, können sie sich kaum zügeln.

Die Heftigkeit der Reaktion wird weniger durch die aktuelle Situation ausgelöst. Sie spiegelt vielmehr die Gesamtbefindlichkeit wider. Das zunehmende Gefühl der Überlastung und Ausweglosigkeit sorgt dafür, dass kleine Probleme als erhebliche Belastung empfunden werden. Dementsprechend groß ist die Frustration, wenn etwas nicht nach Wunsch läuft. 

 

3. Zynismus/Pessimismus

 

Übertriebener Pessimismus kann ein Burnout-Anzeichen sein. Betroffenen fällt es schwer, positive Aspekte in ihrem persönlichen Umfeld zu finden. Versuche anderer, diese negative Einstellung zu ändern, fruchten nichts. Die pessimistische Sichtweise weitet sich schließlich auf alle Lebensbereiche aus. Sowohl die berufliche als auch die private Situation leidet.

Persönliche Beziehungen verschlechtern sich. Es kann vermehrt zu Konflikten kommen. Besonders auffällig ist ein Trend zum Zynismus, der weit über gelegentliche sarkastische Bemerkungen hinausgeht. Die Äußerungen verraten eine negative Weltsicht, die wenig Platz für Positives hat. Es scheint, als ob die Betroffenen alle Hoffnung auf eine Wende zum Besseren aufgeben.

 

4. Innere Leere

 

Ein typisches Burnout-Anzeichen können nur die Betroffenen selbst wahrnehmen: eine innere Leere, die sich durch nichts vertreiben lässt. Hobbys, Ablenkung, Freizeit zeigen keine Wirkung mehr. Wer an Burnout leidet, hat das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können.

Diese Leere führt schließlich zu einer Abschottung und Distanzierung von Beruf und privatem Umfeld. Nach außen hin wird diese Leere zunächst überspielt. Erst mit der Zeit erkennen Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen, dass etwas nicht stimmt.

Bis dahin hat sich das Verhalten der Betroffenen bereits erheblich verändert. Betroffene verlieren das Interesse an gemeinsamen Aktivitäten. Sie ergreifen kaum die Initiative, wenn es darum geht, Aktivitäten zu planen oder Vorschläge zu machen.

 

5. Depression/Angstgefühle

 

Depression

Bei Depressionen als Burnout-Anzeichen kommen zum Gefühl innerer Leere weitere belastende Symptome hinzu. Schwerwiegend sind Selbstzweifel und ein vermindertes Selbstwertgefühl.

Diese werden durch andere typische Burnout-Faktoren verstärkt. Die sinkende Leistungsfähigkeit führt zu schlechten Arbeitsergebnissen.

Ein Gefühl der Unzulänglichkeit erschwert es de Betroffenen, sich selbstbewusst und zuversichtlich mit Aufgaben auseinanderzusetzen. Parallel dazu kann es vermehrt zu Ängsten kommen. Die belastenden Gesundheitsbeschwerden, Probleme in Beruf oder Studium sowie Konflikte im privaten Bereich schüren Zukunftsangst.

Wenn zunehmend depressive Phasen und Ängste bei Dir auftreten, solltest Du professionellen Rat in Anspruch nehmen. Denn sie bessern sich nicht von alleine und lassen sich nicht ohne Hilfe erfolgreich behandeln.

 

6. Verändertes Essverhalten

 

Deutliche Veränderungen im Essverhalten können ein Anhaltspunkt für eine chronische Überforderung sein. Die Essstörungen treten in verschiedenen Formen auf. Ein Teil der Betroffenen leidet unter zunehmender Appetitlosigkeit. Ihr Magen reagiert sensibel auf die Stressbelastung. Sie fangen an, Mahlzeiten auszulassen und nur noch das Notwendigste zu sich zu nehmen.

Im Laufe der Zeit wird ein deutlicher Gewichtsverlust erkennbar. Gleichzeitig verschlechtert sich der Gesundheitszustand, da der Körper wichtige Nährstoffe nicht erhält. Eine andere Form der Essstörung als Burnout-Anzeichen äußert sich als unkontrolliertes Essen.

Manchmal sind Heißhungerattacken die Ursache, manchmal ist es Frustessen. Der Sättigungsmechanismus des Körpers funktioniert nicht mehr und kann die übermäßige Nahrungsaufnahme nicht verhindern. Binnen kurzer Zeit kommt es zu einer erheblichen Gewichtszunahme.

 

7. Motivationsmangel

 

Keine Lust

Eine gelegentliche Unlust, sich mit anstehenden Aufgaben auseinanderzusetzen, ist normal. 

Motivationsmangel, der über einen langen Zeitraum anhält und unterschiedliche Tätigkeiten betrifft, kann ein Burnout-Anzeichen sein.

Es geht nicht darum, dass ungeliebte Aufgaben widerwillig erledigt werden. Wer unter Burnout leidet, fühlt sich von fast allem überfordert.

Tätigkeiten, die im Normalfall rasch von der Hand gehen, erfordern ein Vielfaches an Zeit. Allein der Entschluss, damit anzufangen, kostet viel Energie. Gleichzeitig entwickelt sich eine Gleichgültigkeit gegenüber möglichen Konsequenzen.

Betroffenen erscheint es unwichtig, ob sie ihren Job behalten oder das Studium abschließen. Im privaten Umfeld kann es zu ernst zu nehmenden Krisen kommen. Vorwürfe von außen prallen ab und zeigen keine Wirkung.

 

8. Nachlassende Leistungsfähigkeit

 

Dieses Burnout-Anzeichen ist in vielen Fällen im Arbeitsumfeld besser zu beobachten als im privaten. Arbeitsergebnisse sind messbar und werden durch Teamleiter, Vorgesetzte oder durch Kunden-Feedback überprüft. Dadurch lässt sich schnell erkennen, wenn die Leistungskurve innerhalb weniger Wochen abfällt.

Bei Routinetätigkeiten zu Hause fällt es weniger auf, wenn Arbeiten nicht mehr erledigt werden und Dinge liegen bleiben. Motivationsmangel ist eine der Ursachen für nachlassende Leistungsfähigkeit, aber nicht die einzige. Wer nicht motiviert ist, bestimmte Arbeiten durchzuführen, neigt dazu, die Erledigung einige Zeit zu verschieben.

Bei einem Burnout kommt es zu einer ausgeprägten Prokrastination, und Arbeitsziele werden überhaupt nicht mehr erreicht. Wer betroffen ist, fühlt sich zudem geistig und körperlich mit diesen Tätigkeiten überfordert. Das passiert selbst bei Arbeiten, die - objektiv gesehen - weder übermäßig anstrengend noch besonders kompliziert sind.

 

9. Typische Gesundheitsprobleme

 

Gesundheitsprobleme

Die meisten Burnout-Anzeichen treten vorwiegend auf der emotionalen, psychischen oder psychosomatischen Ebene auf. Daneben leiden Betroffene vermehrt unter typischen körperlichen Erkrankungen.

Die Einzelbeschwerden für sich genommen sind noch keine Burnout-Anzeichen. Zusammen mit anderen Symptomen erhöhen ständige gesundheitliche Beeinträchtigungen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Burnout vorliegt.

Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen: Erhöhter Blutdruck ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Stresssituationen. Im Normalfall fällt der Blutdruck wieder ab, sobald die belastende Situation vorbei ist. Bei Dauerstress ist dies nicht möglich, und der Blutdruck dauerhaft erhöht. Gleichzeitig kann es zu Herzrasen oder anderen Rhythmusstörungen kommen.

Muskelverspannungen: Betroffene leiden häufig unter Rückenschmerzen oder Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Die muskuläre Anspannung ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf die als bedrohlich empfundene Situation.

Verdauungsprobleme: Der Magen-Darm-Trakt reagiert sensibel auf emotionalen und körperlichen Stress. Magendrücken, Sodbrennen und Übelkeit sind typische Burnout-AnzeichenStressbedingter Durchfall oder Verstopfung aufgrund von Essstörungen sind weitere charakteristische Beschwerden.

Dauerkopfschmerzen: Ständige Kopfschmerzen können ein Burnout-Anzeichen sein. Stress gilt als Auslöser für Kopfschmerzen und Migräneanfälle. Bei Dauerstress häufen sich die Schmerzattacken und führen zu einer kontinuierlichen Schmerzbelastung.

Erhöhte Infektneigung: Dauerstress belastet das Immunsystem. Dadurch wird die Immunabwehr geschwächt, und das Risiko einer Erkrankung steigt. Häufige Erkältungen, grippale Infekte oder Herpesbläschen sind Anzeichen einer Schwäche des körpereigenen Abwehrsystems.

 

10. Selbstmedikation und Substanzenmissbrauch

 

Eine Folge der vielfältigen Beschwerden eines Burnouts sind unkontrollierte Selbstmedikation sowie der Missbrauch von Wirkstoffen und Substanzen. Frei verkäufliche Schmerz- und Schlafmittel können einen Teil der stressbedingten Burnout-Anzeichen kurzfristig lindern.

Werden die Präparate zu häufig eingenommen, steigt das Risiko einer Abhängigkeit. Wer meint, ohne die Medikamente nicht mehr zurechtzukommen, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn in diesem Fall liegen schwerwiegende Gesundheitsprobleme vor.

Genussmittel wie Koffein oder Alkohol eignen sich ebenfalls dazu, bestimmte Symptome zu kaschieren. Werden sie nicht gelegentlich, sondern in übermäßigen Mengen konsumiert, tragen sie zur Verschlechterung des Gesundheitszustands bei.

 

Hilfe bei Burnout-Anzeichen: Therapie und Prävention

 

Die Therapie eines Burnouts ist langwierig und kompliziert. Die einzelnen Symptome und Beschwerden müssen zunächst diagnostiziert werden. Allgemeingültige Tests für Burnout-Anzeichen gibt es nicht. Eine individuelle Diagnose der vorliegenden Symptome hilft, die Besonderheiten des Patienten zu erkennen.

Die anschließende Therapie ist vielschichtig. Körperliche Beschwerden klingen meist rascher ab als die seelischen und emotionalen. Tief greifende psychische Störungen erfordern Geduld und konsequente Patientenbegleitung über einen langen Zeitraum. Angesichts der aufwendigen Therapie kommt der Prävention von Burnout eine besondere Bedeutung zu.

Insbesondere im beruflichen Umfeld gibt es eine Fülle von Möglichkeiten für vorbeugende Maßnahmen, wie Oberarzt Christian Stock in einem Interview zur Burnout-Prävention aufzeigt. Im privaten Umfeld ist es wichtig, erste Symptome möglichst früh zu erkennen - sei es bei anderen oder bei sich selbst. Nur so kann bei Burnout-Anzeichen Hilfe rasch in Anspruch genommen werden.

 

Weitere Blogbeiträge:

© Stressbewältigungs-Konzept.de

00000000Tage
00000000Stunden
00000000Minuten
00000000Sekunden